1 IN A MILLION

"Ein verrücktes Jahr" hat die Grenze der 1 MILLIONEN Wörter geknackt! Wahnsinn! Für mich selbst fast unbegreiflch. Eine Millionen Wörter müssen erst einmal geschrieben werden, doch gibt es natürlich diejenigen, die tatsächlich eine Millionen Wörter gelesen haben. Vielen Dank also an all meine Leser! :o) Ihr seid die Besten!

Neu geordnet

Im Menüpunkt "Ein verrücktes Jahr" findet ihr nun die Unterteilung von 30 Tagen - damit das Suchen einfacher fällt :o) Ich musste zwar in alle Kapitel rein und sie neu anordnen, doch ich denke, dass es so übersichtlicher ist und ihr euch besser zurechtfindet :o)

Liebe nach Vertrag

Meine neue Geschichte steht in den Startlöchern! Bald wird es los gehen mit "Liebe nach Vertrag"!

s2glogo2kl

Das Kino war das gechillteste, was Skye je gesehen hatte. Sie hatten wirkliche Betten und Decken zum Kuscheln. Kai hatte ihnen das Bett ganz oben in der Mitte reserviert. Es war irgendein Actionfilm,. Doch die beiden bekamen davon nicht so viel mit. Sie schmusten und kuschelten und Skye musste ziemlich viel Energie für’s Konzentrieren verbrauchen um ihren Kopf nicht auszuschalten, denn wenn es hier nach ihrem Körper gegangen wäre, hätte sie für nichts mehr garantiert.

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EXO hatten nicht so viel Spaß, als sie nach Hause kamen und eine leere Wohnung fanden.
Suho war der erste, dem das Fehlen der Kartons auffiel und schaute sich skeptisch um. D.O und Chanyeol waren die nächsten, die sich fragend umschaute und dann folgten die anderen.
„Sehr witzig, sie wird die Kisten bestimmt in einem Zimmer untergestellt haben“, schlussfolgerte der Bandleader und alle schwärmten aus, um die Kartons zu finden. Dabei stellten sie nicht nur fest, dass die Kartons fehlten, sondern auch die Möbel! Alle Möbel! Dabei sollten die Sachen ja hier in der Wohnung bleiben für die nächsten.
Das war der Moment, wo es den jungen Sängern etwas anders wurde.
„Sie kann das nicht alleine gestemmt haben – ich mein, sie kann viel, aber der Hulk ist sie nun nicht gerade. Baby-Hulk vielleicht“, grübelte Chen, als er im Wohnzimmer an der Stelle stand, auf der die Couch stehen sollte.
„Sie war nicht alleine“, erwiderte Baekhyun und riss die Tür zu Kais Zimmer auf. Er war sich so sicher gewesen hier zumindest einen Teil zu finden, doch auch dieses Zimmer war genau so leer wie alle anderen.
„Was hat das zu bedeuten?“ Lay schaute fragend in die Runde.
„Wir wurden ausgeraubt!“ Xiumin fing an Schnappatmungen zu bekommen.
„Wir sollten da ruhig und intelligent ran gehen“, wand D.O ein. „Kann es nicht sein, dass die Sachen vielleicht schon zum neuen Dorm gebracht wurden?“
Das war auf jeden Fall die hoffnungsvollste Idee und so fuhren Suho, Sehun, D.O und Chen zum neuen Dorm, um dort nachzuschauen.

Dort fanden sie natürlich auch nichts, also nichts was sie vermissten.
„Wow, das ist abgefahren!“ Chen stand ähnlich wie Kai einen Tag vorher in dem Loft und staunte.
„Das sieht wirklich toll aus“, lobte auch Sehun.
„Schade, dass wir es offiziell niemanden zeigen dürfen.“ D.O war zu seinen Bandkollegen gegangen und schaute aus dem großen Panoramafenster.
„Hallo?! Wir suchen unsere Sachen!“, beschwerte sich Suho und war schon auf dem Weg nach oben.

Doch sie hatten kein Glück und im Wagen begannen sie Skye anzurufen, um sie darüber zu informieren, dass anscheinend jemand bei ihnen eingebrochen war.
Sie hinterließen völlig panische Nachrichten, da Skye mit Absicht nicht ans Telefon ging. Das Paar hörte sich die Nachrichten gemeinsam an und lachten fröhlich – zum Unmut der anderen Kinogäste, aber das war ihnen egal.

Irgendwann hatte Skye aber schon Angst, dass sie bei der Polizei anrufen würden und schrieb Suho ‚Eure Sachen sind nicht gestohlen, sie sind versteckt und eure Benehmen ist ausschlaggebend, wie schnell ihr sie zurückbekommt.‘. Danach war dann Schluss mit den Nachrichten. Schmollmodus aktiviert.

Nach dem Film hatte Kai die Amerikanerin nach Hause gefahren. Niemand würde ihm glauben, dass er mit der Aktion nichts zu tun hatte und er würde leiden, doch er konnte nicht schon wieder bei ihr schlafen.
Skye selbst war tot müde. Sie schaffte es gerade noch sich bettfertig zu machen und eine Shorts mit einem dünnen Pulli anzuziehen. Im Moment war die Temperatur so, dass sie sich nicht entscheiden konnte ob ihr warm oder kalt war, doch ihr Oberkörper schaute eher aus der Decke heraus und daher der dünne Pullover. Sie fiel ins Bett, murmelte sich ein und war sofort weg.

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Ihre Träume brachten Skye nach Camden in London. Ein kunterbuntes Viertel mit Hippies, Punks, Lolitas und Gothics. Sie liebte es hier. Es war wie kleine, verrückte Welt innerhalb des so britischen Londons. Ein Ort wo jeder akzeptiert wurde wie er war. Das Herz von Camden war der Camden Lock. Eine ehemalige Werft und Stallung, die heute hunderte von Läden und Restaurants beinhaltete. Es war total verschachtelt, manchmal ging es hoch, manchmal runter. Es gab einen Laden namens Cyber Dog. Hier fand man Klamotten der Techno Szene, was nicht Skyes Gebiet war, aber diesen Laden musste man gesehen haben. Wenn man in den Laden ging, hatte man nur eine kleine Fläche mit allerlei Sachen, wie Knicklichter, blinkende Sonnenbrillen und bunten Becher, aber wenn man mit der Rolltreppe in den Keller, fand man sich in einem riesigen Laden wieder. Techno dröhnte aus den Lautsprechen und alles war mit Schwarzlicht angeleuchtet, um die Klamotten zur Geltung zu bringen. Es ging sogar noch mal ein Stockwerk tiefer in die Fetisch-Abteilung.
Doch heute saß Skye am Rande des Food Courts im East Yard und hatte sich bei Ghetto Bagels einen Burger geholt mit Süßkartoffelpommes. Camden war bekannt für sein tolles Essen, dass etwas ausgefallener war. Es war einer dieser perfekten Tage, nicht zu warm und nicht zu kalt, mit einer leichten Brise und Schäfchenwolken am Himmel. Wenn da nicht dieser hupende LKW wäre. Anfangs ignorierte Skye ihn noch, doch irgendwann nervte es und sie schaute sich um, um zu erkennen was das Problem des LKW Fahrers war. Das Hupen wurde immer lauter und penetranter und irgendwann begriff sie, dass es gar kein LKW war, sondern das Klingeln ihrer Tür.

Es dauerte einen Moment bis Skye wach war und schwankend stand sie auf.
„I’m coming!“, rief sie. Das koreanische Sprachprogramm war noch nicht gestartet. Im Vorbeigehen sah sie die Uhr am Backofen, sie stand auf 01:33. Sie war kaum eine halbe Stunde im Bett gewesen. Was war denn passiert? In ihrem Kopf malte sie sich alle möglichen Horrorszenarien aus. Das fiel ihr nicht schwer, die meisten hatte sie schon erlebt.
Als sie die Tür öffnete, fand sie Leeteuk, Heechul und Donghae. Alle hatten schwarze Hoodies an und die Kapuze auf.
„This better be good.“
„Weißt du, es gibt Leute, denen reicht es einfach uns zu sehen“, sagte Heechul. Skye seufzte und zog eine Augenbraue hoch.
„Ihr anscheinend nicht“, bemerkte Donghae trocken.

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Auf dem Weg vom alten EXO Dorm war Skye sich immer noch nicht sicher, ob es das wert war, um dafür geweckt zu werden. Vor allem wenn man einen Ghetto Bagel Burger noch eben hatte und jetzt nicht mehr.
Wie sich heraus stellte, hatte Super Junior das Bedürfnis ein Ritual im alten Dorm abzuhalten. Sie hatten das angeblich gehalten, als sie ausgezogen sind und hatten dabei irgendeine göttliche Offenbarung gehabt. Damit die guten Geister weiterhin im Dorm blieben und auch die nächste Band von Erfolg gesegnet sein würde, müsste man das Ritual wiederholen, damit neue Geister ins Dorm einziehen würde – manche von den alten würden mit EXO ausziehen, so wie manche von den Geistern damals mit Super Junior ausgezogen waren.
Zuerst dachte Skye noch, sie würden sie auf den Arm nehmen, aber irgendwie waren sie sehr ernst bei der Sache. Es waren auch alle da, außer…
„Wo ist Mia?“, fragte Skye. Sie hatte noch nicht einmal Zeit gehabt sich wirklich anzuziehen. Sie hatte noch ihre Sport Shorts an und hatte einen der schwarzen Kapuzenpullis von Leeteuk bekommen – damit sie ins Bild passte.
„Die schläft“, erwiderte Donghae.
„Und was zum Teufel mache ich dann hier?!“ Wieso durfte Mia schlafen und sie nicht? Um 8 Uhr würde der Umzugswagen vor dem Dorm stehen und Skye hatte eigentlich vor gehabt halbwegs wach dafür zu sein.
„Du bist das spirituelle Bindeglied zwischen EXO und Super Junior“, erklärte Leeteuk feierlich und irgendwie hörte es sich so an, als wäre sie eine Opfergabe.
„Ich bin keine Jungfrau, euer Gott wird mich nicht mögen.“
Heechul fing an zu lachen.
„Und wenn es regnet ist es nass, danke für die Info.“

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Die EXO Sänger hatten eine viel härtere Nacht hinter sich, als Skye. Als Kai nach Hause kam, wurde er natürlich sofort in die Mangel genommen. Die anderen vermuteten, dass er wusste, wo sich ihre Sachen befanden, doch er blieb stark und beteuerte immer nur, dass er keine Ahnung hatte und dass sie ja selbst gesehen hatten, dass er und Skye noch vor ihnen in der Akademie gewesen waren. Das war ein Argument, doch glauben wollte ihm das keiner.
Des Weiteren hatte es um Mitternacht an der Tür geklopft. Sie hatten ja noch nicht einmal mehr Betten zum Schlafen und standen kurz davor in ein Hotel zu gehen. Es stand niemand vor der Tür, als Xiumin diese öffnete, allerdings lagen Luftmatratzen davor, Decken und weiße Hoodies. Das mit den Luftmatratzen verstanden sie ja noch, aber was hatte es mit den weißen Hoodies auf sich? Es war ihnen eigentlich egal, sie waren müde und mussten früh raus.

Sie hatten beschlossen alle im Wohnzimmer zu schlafen, doch dann, gegen 2 Uhr, wurden sie je aus dem Schlaf gerissen als ‚Mama‘ in voller Lautstärke gespielt wurde. Eunhyuk hatte das Lied ausgesucht, weil der Anfang eine dramatische Note hatte. Die Super Junior Mitglieder standen im Kreis um die Luftmatratzen-Liegewiese und hielten sich Taschenlampen unter’s Kinn. Skye saß auf der Küche und beobachtete, wie ihre Schützling völlig überrumpelt aus dem Schlaf gerissen wurden und gar nicht mehr wussten, was los war.

Nach dem Anfang von ‚Mama‘, wenn der erste Vers anfing, ließ Eunhyuk das Lied auslaufen. EXO wirkten genervt, aber auch resigniert. Sie wussten, egal in was sie hier geraten waren, dass sie es durchziehen mussten, egal wie müde sie waren.
„Wir haben uns hier versammelt, um die Geister dieses Dorm zu huldigen, ihnen zu danken und um sie auf die nächste Generation vorzubereiten.“
Ein neues Lied begann und es brauchte einen Moment, bis Skye es erkannte. Es war das Lied der Diva aus dem ‚5. Element‘. Sie hatten es nicht von Anfang gespielt, sondern kurz vor dem – in Anführungsstrichen – schnellen Teil und dazu tanzten sie eine Art afrikanischen Regentanz mit Swag. Und Skye hatte schon gedacht, es würde nicht besser werden.

Nach der Eröffnungsfeier folgten verschiedene Spiele – oder Rituale, wie Teukie sie nannte. Sie hatten eine silberne Schüssel mit Soju und saßen im Kreis. Jeder musste einen Schluck nehmen und dann sein schönstes Erlebnis im Dorm beschreiben. Skye saß zwischen Kai und Sungmin, auch wenn sie noch nicht so ganz verstand, was sie hier verloren hatte. Sungmin erzählte von seinem letzten Abend im Dorm, bevor er in seine eigene Wohnung gezogen war und wie er die ganze Nacht wach geblieben war, weil er an all die Dinge denken musste, die sie hier zusammen erlebt hatten. Er reichte die Schüssel an Skye. Nun, so oft war sie nicht hier gewesen. Sie nahm einen Schluck.
„Nun denn … mein schönstes Erlebnis war, als ich zum ersten Mal hier geschlafen habe. Vor einer Woche oder so. Ihr wisst ja, dass ich einen holprigen Weg hinter mir habe und ich habe manchmal Probleme zu schlafen. Aber nicht in dieser Nacht. Ich fühlte mich wohl und gut behütet.“
Alle klatschten, auch wenn es keine besondere Geschichte war und Kai nahm die Schale entgegen.
„Mein schönster Augenblick war, als mir die hübscheste Frau der Welt hier entgegenkam. Vor einer Woche oder so“, äffte er sie nach, „und sie trug auch noch meine Klamotten.“
„Und sie standen mir besser als dir“, fügte Skye hinzu und alle lachten.
Baekhyun erzählte wie er im Dorm seinen ersten Song selbst geschrieben hatte und Donghae, wie er hier Mia zum ersten Mal geküsst hatte, lange bevor sie zusammengekommen waren, doch schon damals hatte er gewusst, dass sie die Eine war.

Danach ging es darum etwas von der Band hier zu lassen. Es stellte sich heraus, dass in der Garderobe ein Brett locker saß und ein leerer Absatz kam zum Vorschein. Dort lagen alle möglichen Sachen, die Super Junior damals hiergelassen hatten. Ein Löffel, Kaugummis, ein Armband von einem Festival, eine Visitenkarte von Heechuls Lieblingsrestaurant und anderes.
„Aber wir haben unsere Sachen nicht“, beschwerte sich D.O, halb in der Hoffnung sie nun wieder zu bekommen.
„Ihr habt eure Rucksäcke und Sporttaschen, es geht um etwas Kleines“, erklärte Siwon. Und so kramten die Sänger in ihren Portemonnaies und Taschen. Sehun hatte Pflaster mit Star Wars Figuren, Chen die Chipkarte eines Hotelzimmer, die er vergessen hatte zurück zu geben, Kai nahm einen Schlüsselanhänger von seinem Bund und so kamen lauter neue Sachen in das geheime Fach.

Als nächstes zog Ryeowook zwei Schubladen in der Küche komplett heraus und drehte sie um. Die Super Junior Mitglieder hatten hier damals auf der Unterseite einer Schublade unterschrieben und heute würden EXO ihre Schublade bekommen. Sie schrieben alle etwas was sie sich von den Geistern des Dorms für die Neuankömmlinge wünschten, wie ‚Esst gesund‘, ‚Habt ruhige Nächte‘, ‚Seid nett zu den Neuen‘ oder ‚Lasst sie nicht krank werden‘.
Zugegeben, Skye fand es süß.
„So und als nächstes“, begann Heechul und drehte sich mit einem Messer in der Hand um. „Werden wir von jedem etwas Blut einfordern.“
Die EXO Mitglieder sahen geschockt zu dem Älteren, bis dieser anfing fröhlich, in seiner einmaligen Art, zu lachen. Erleichterung machte sich breit – Skye war wohl nicht die einzige, die daran glaubte, dass Heechul das durchziehen würde.

Was durfte natürlich nicht fehlen, wenn so viele Sänger zusammenkamen? Na klar, ein Song. Eunhyuk spielte die Melodie von ‚Our House‘ von Madness und jeder sang irgendwie einen eigenen Text, da keiner den wirklichen Text kannte, außer ‚Our house, in the middle of the street‘.
Mittlerweile war es 4 Uhr und Skye scheuchte alle ins Bett. Sie selbst war viel zu erschöpft, um noch nach Hause zu fahren. Sie wusste wo Kais Sachen waren und es waren die einzigen Kartons die richtig beschriftet waren. Am Morgen würde sie sich eine Jogginghose von ihm nehmen. Und da fragte er sich, wie seine Sachen in Skyes Wäsche landeten.
Er schleppte seine Luftmatratze in sein Zimmer, da er nicht mit Skye bei allen anderen schlafen wollte. Die Matratze war nicht sehr groß und sie rückten eng zusammen.
„Wusstest du von der Aktion?“, fragte Kai.
„Nein, ich war am Schlafen und dann klingelten mich die Ninjas aus dem Schlaf.“
Er grinste fröhlich und zog sie auf sich.
„Ich glaube dein blaues Auge ist weg.“
„Ja, ein Glück.“
„Ich fand es sexy.“
Skye deutete an ihm in die Nase zu beißen, doch er kam ihr entgegen und ihre Lippen trafen sich. Sie erwiderte den Kuss, wahrscheinlich würde irgendjemand in das Zimmer lunzen. Man konnte sich alles schönreden, wenn man sich das Bett mit jemanden wie Kai teilte. Er rollte sie zur Seite und lag nun auf ihr. Seine Hände fuhren ihr Bein entlang und Skyes Lippen entfuhren Geräusche des Zuspruchs. Wieder fand er ihre Lippen und küsste sie innige fordernder, als sie beide bemerkten, wie sich unterhalb seiner Gürtellinie etwas bewegte. Ihre Blicke trafen sich und erschrocken fuhr er hoch und fiel von der Luftmatratze.
„Es tut mir leid“, flüsterte er und schaute sie panisch an.
„Schon okay.“ Um ehrlich zu sein war sie etwas enttäuscht gewesen, dass sie das nicht früher hinbekommen hatte. Selbst im Whirlpool, wo sie nur einen Bikini angehabt hatte, war der ‚kleine Kai‘ ungerührt gewesen. Das war nicht gut für ihr Ego, sonst musste sie sich nicht so anstrengen.
„Sonst konzentriere ich mich immer, aber dann machst du so Geräusche und du hast einen tollen Körper und ich bin nur ein Mann! Es tut mir wirklich leid.“
Er flüsterte noch immer, damit draußen niemand davon mitbekam.
„Es ist okay, es ist normal, dass solche Dinge passieren, wenn zwei Menschen sich näherkommen.“
„Aber Jiyong Hyung … wir müssen mehr an ihn denken.“ Nicht nur die Amerikanerin hatte wohl ein schlechtes Gewissen.
„Ji und ich haben Schluss gemacht.“ Da, sie hatte es gesagt, zweimal heute. Kai bekam große Augen.
„Ihr habt …? Wieso?“
Sie seufzte und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare.
„Weil es nicht die Art Beziehung war, die ich führen wollte und weil … bei dir bewegt sich da unten was, aber bei mir bewegt sich hier drinnen was.“ Sie deutete auf ihr Herz und Kai verstand, was sie meinte. Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
„Du magst mich?“
Sie griff nach seiner Hand und zog sie zu sich, damit er ihren Herzschlag spüren konnte.
„Ja, ich würde sagen ich mag dich.“
Er zog sie in seine Arme und küsste sie, es war anders, intensiver, als hätte er sich die ganze Zeit zurückgehalten und er raubte ihr den Atem.

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Als das Umzugsunternehmen um 8 Uhr kam, war Skye völlig gerädert, aber sehr glücklich dabei. Eigentlich war es ganz gut gewesen, dass Super Junior die ganzen Möbel aus der Wohnung geschafft hatten, denn diese sollte wohl renoviert werden. Skye stand an der Kaffeemaschine, als Kai sie von hinten umarmte und ins Ohr biss.
„Wieso trinkst du Kaffee?“
„Pure Verzweiflung, ihr habt kein Kakao.“
Pah, weit gefehlt! Kai hatte sogar diese amerikanische Schokolade mit Marshmallowstücken drin und er machte für sie eine heiße Schokolade. Sie gingen auf den Balkon, bis das Umzugsunternehmen kam.
„Was machen wir jetzt mit uns?“
„Wir lassen es langsam angehen, wir haben hier auch einen Job und ich will nicht, dass … wir uns selbst im Weg stehen“, meinte Skye. Sie hatte Angst, was passieren würde, wenn es nicht klappe. Noch vor vier Wochen hatte sie geglaubt das Jiyong, zumindest für einen längeren Teil des Weges, ein guter Gefährte war.
Kai sah ihre Angst und ihre Unsicherheit in ihren Augen und beschloss ihr Baum zu sein. Wenn die Sonne schien würde er ihr Schatten spenden und wenn es regnete, würde er ihr ein Dach sein.

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Es war unfassbar, wie schnell so ein Umzug ging, wenn man sechs Kerle hatte, die stark wie Bären waren. Skye konnte gar nicht so schnell schauen, da hatten sie den LKW voll. Zugegeben, es waren wenig Möbel, die mitzogen, ein Beistelltisch, eine kleine Kommode oder eine Stehlampe. Skye fuhr den Möbelpackern nach und EXO würden bald nachkommen. Sie hatten heute tatsächlich frei und sollten sich im Pit einrichten.
Genau so schnell wie der LKW geladen war, so schnell war er auch wieder leer und Skye dirigierte die Männer durch den Pit, um die Kartons an der angeblich richtigen Stelle abzustellen.
Diejenigen, die gestern noch nicht im Loft gewesen sind, hatten heute den Wow-Effekt, doch die Freude wurde noch größer, als sie ihre Schlafzimmer besichtigen.
„Das ist toll! Hast du das alles gemacht?“, fragte Suho und drückte Skye an sich.
„Ja, Mia und Heechul haben geholfen.“ Sie wollte nicht das ganze Lob alleine einsacken.
„Aber du hast gesagt du hast nur mein Zimmer dekoriert!“, beschwerte sich Kai, als er mitbekam, dass sie auch die anderen Schlafzimmer gepimpt hatte.
„Eigentlich nicht. Ich habe dich nur nicht korrigiert als du, na ja, … du weißt schon, falsch lagst.“
Chanyeol und Chen, die in Hörweite waren, fingen an fröhlich zu lachen und auch der strafende Blick von Kai änderte daran nichts.
Die Freude über die neuen Zimmer hielt nur solange an, bis die Sänger anfingen die Kartons zu öffnen und feststellten, dass alles durcheinander war.
„Skye!“, jammerte Sehun, der schon 20 Kartons geöffnet hatte, auf der Suche nach seinen Sachen.
„Tja, wenn ihr euch nicht weggeschlichen hättet, hättet ihr die Kartons selbst beschriftet.“
Sehun wusste das sie Recht hatte, das machte ihn nicht glücklicher, aber er wusste, dass er nicht sauer auf sie sein durfte.

Skye ging runter und sah Baekhyun mit verschränkten Armen in seinem Zimmer stehen.
„Es ist okay, ich weiß es gefällt dir nicht, ich habe einen fürchterlichen Geschmack und du hast jetzt all die Arbeit, um das Zimmer um zu dekorieren – es tut mir leid.“
Der Sänger schaute über seine Schulter.
„Nein, hingegen aller Erwartungen ist es wirklich schön geworden. Danke.“
Skye zog die Augenbrauen zusammen und wartete skeptisch ab. Da kam doch noch irgendwas. Baekhyun erkannte ihre Gedanken und fing an zu lachen.
„Nein, kein ‚Aber‘, einfach nur danke.“
„Wirklich?“
„Wirklich.“
Skye war beeindruckt.
„Und übrigens – er hat ein Muttermal an der rechten Hüfte“, sagte sie ihm siegessicher, doch er lachte nur.
„Du hast ihn gefragt!“
„Nein, ich habe es gesehen.“
„So ein Quatsch, du hast ihn gefragt!“
Skye presste die Lippen aufeinander und ging weg, sein Lachen im Hintergrund.

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Es war früher Nachmittag, als alle hungrig wurden. Es war eine komische Zeit zum Essen und Mia hatte für heute Abend eine kleine Einweihungsparty geplant. Also plante Skye einen Snack und fuhr kurz zum Einkaufen. Ihre Gedanken kreisten noch immer um Kai. Was wenn sie gar nicht mehr in der Lage war eine Beziehung zu führen, Kompromisse einzugehen? Seit dem Typen in Australien, der gestorben war, hatte sie keine Beziehung mehr gehabt. Spaß ja, Beziehung nein und sie hatte sich daran gewöhnt. Sie konnte tun und lassen was sie wollte, mit wem sie wollte, wann sie wollte. Im Moment wollte sie es mit Kai tun. Aber nein, sie hatte selbst das Tempo vorgegeben, auch aus Respekt zu Jiyong. Wie sah das aus, wenn man von einer Beziehung in die nächste hüpfte?

Zurück im Pit hatte sie einige Äpfel geholt und alle Zutaten für Kaiserschmarrn. Für 10 Leute zu kochen war eine Herausforderung, weil man schnell den Überblick über die Mengen verlor. Doch zuerst machte sie Apfelmus, viel Apfelmus. Sie hatte drei große Pfannen voll mit Kaiserschmarrn, es waren ja nicht nur 10 Leute, 9 davon waren auch noch Männer. Der Geruch holte die Kerle von ganz alleine in die Küche und während der Kaiserschmarrn – oder die Kaiserschmarrne, wirklich, keine Ahnung ob es davon eine massenabhängige Mehrzahl gab – noch einen Moment brauchte, füllt Skye ein ganzes Tablett mit dünnen Apfelscheiben. Dann kam der Moment, wo es mit dem Verständnis aufhörte, als sie die Äpfel salzte. Gleich mehrere sprangen auf, doch Skye hob eine Hand.
„Es ist yummy, glaubt mir“, verteidigte sie sich, doch die Sänger schauten skeptisch.
„Apfel mit Salz macht Fieber“, wand D.O ein. Das war ein Ammenmärchen unter Schülern, die auf die Schnelle krank werden wollten.
„Erstens glaube ich daran nicht, wenn zu viel Salz auf dem Apfel ist, übergibst du dich eher. Und zweitens mache ich nur einen Hauch drauf, hier probiere.“
Sie hielt ein Stück in ihren Händen und langsam bis D.O hinein. Alle Blicke waren auf sein Gesicht gerichtet. Zuerst zog er die Augenbrauen zusammen, aber dann hellte sich sein Gesicht auf.
„Hmmm… das ist gut!“, stellte er klar und nahm sich grad noch ein Stück. Die anderen taten es ihm gleich und überall war das Ergebnis dasselbe. Welche Überraschung! Skye wusste ja schon was sie tat.

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Nach dem Essen waren alle ziemlich groggy und es wurde ruhig im Pit. Manche hatten sich hingelegt, andere hörten Musik und Suho und Chen saßen in den Kokons und schauten aus dem Fenster. Skye und Kai gingen etwas auf Tuchfühlung. Kai, der nun kein schlechtes Gewissen mehr haben musste, genoss seine neue Freiheit. Beide hatten irgendwann ihre Shirts verloren. Skye hatte gesagt sie wolle es langsam angehen lassen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass sie schon in Badesachen rumgemacht hatten, war das hier wohl noch völlig im Limit. Er hatte keine Angst mehr sie unpassend anzufassen und Skye konnte es genießen, weil Jiyong nicht mehr ständig in ihrem Kopf schwirrte.
„Was machst du nur mit mir?“, fragte sie. Es war kein Vorwurf oder es hörte sich nicht nach einem an. Seine Haare standen in alle Richtungen und Skye fuhr mit ihren Fingern durch sie, um etwas Ordnung rein zu bringen.
„Als ich dich damals sah, war es schon um mich geschehen und ich habe gedacht, dass ich dich nie wiedersehen würde, dass ich einem Geist hinterherjage.“
Es war schon ein heftiger Zufall, dass sie sich gefunden hatten, auch wenn Skye sich noch nicht traute das Wort ‚Schicksal‘ in den Mund zu nehmen. Sie stand mit dem Schicksal auf Kriegsfuß.

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Gegen 21 Uhr war das Pit voll mit Gästen. Super Junior waren natürlich da, Changmin als Nachbar auch, BTS waren geladen, SNSD, f(x) und tatsächlich auch private Freunde der Band.
Krystal ließ es sich nicht nehmen, auch wenn Skye nicht wusste, wieso sie überhaupt jemand eingeladen hatte. Aber gut, es schickte sich wohl nicht alle anderen einzuladen, nur sie nicht. Skye würde das so machen, aber Skye war ja auch keine Koreanerin.
„Ich freue mich schon so auf unser Dorm – willst du das nicht auch einrichten?“, schlug Jimin vor und Skye tippte gegen die Stirn.
„So kalt!“ Er hielt sich das Herz und Skye lachte.
„Habt ihr nicht einen eigenen Assistenten vor sowas?“
„Ja, aber der macht das nicht so schön“, meine Jungkook als er sich zu den beiden stellte.
„Wo ist dein Zimmer?“, fragte der Jüngere grinsend und schaute sich um.
„Kais Zimmer ist dort“, erklärte sie und deutete nach oben.
„Es ist schön zu sehen, dass EXO einen Hausmeister hat, der sich um alles kümmert.“
Skye drehte sich zu Krystal um und setzte ein Lächeln auf.
„Oh, wir haben wohl einen Ausfall im Sicherheitssystem. Ich rufe mal den Exorzisten an.“
Jimin und Jungkook fingen an zu lachen, was Krystal nicht störte.
„Du weißt, dass du nie dazu gehören wirst. Liest du eigentlich die ganzen Kommentare online? Liest du wie sie dich nennen? Wie sie Kai nennen?“
„Ach so, ich dachte das wärst alles du und ich wollte dir schon sagen, wie beeindruckend verrückt es ist, dass du dir so viele Accounts anlegst.“
Skye tat cool, doch Krystal hatte sie damit getroffen. Sie hatte bisher noch keine Zeit gehabt online sich selbst zu stalken, geschweige denn um Kommentare zu lesen.
Jimin und Jungkook machten mit ihren Händen eine Explosion nach, die sie audiovisuell durch ein ‚Boom‘ unterstützen. Krystal hob nur die Augenbrauen.
„Du weißt ich habe Recht, du wirst nie dazu gehören. Wenn es darauf ankommen, werden sie dich fallen lassen.“
„Du weißt ja wie sich das anfühlt.“
Skye gehörte zu diesen Menschen, die immer das letzte Wort haben mussten. Krystal erwiderte nichts mehr und wand sich von der Gruppe ab. Jimin und Jungkook regten sich noch über Krystals Verhalten auf, doch Skye war schlagartig schlecht gewesen. Sie schaute sich nach Kai um, konnte ihn jedoch nicht sehen und so schlich sie sich davon und ging in ihr Apartment.

Annyong!

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